hohesufer.com
Th. Mügge: Afraja
Theodor Mügge
Afraja. Abenteuer am Lyngenfjord


Paperback, 728 Seiten, 32 Euro
ISBN 978-3-941513-19-8

Nicht mehr lieferbar.
Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit dem Verlag auf.

Von Neuem hat die Einöde dich aufgenommen, von Neuem umschlingen dich dieselben Sunde, dieselben tiefschweigenden Wasserspiegel und von den hohen Fjellen rasen Windstöße nieder und fallen dich an mit der Wuth wilder Thiere. – Hier beginnt unsere Geschichte.

Norwegen im 18. Jahrhundert: Das Land gehört zu Dänemark, das dorthin gern einmal überzählige Mitglieder der gehobenen Klasse mit Rechtstiteln schickt, die wenig kosten, weil sie erst mal nichts wert sind. In Trondheim und nördlich davon regiert außer dem dänischen König das Handelskapital und verteidigt seine Privilegien. In den Bergen leben nur noch die Lappen, schon zu Mügges Zeiten eine dezimierte Volksgruppe mit prekärem Status. Afraja ist ihr Führer und Erbe von so Manchem: der religiösen Überlieferung (die ihm vordergründig zum Verhängnis wird), der Rechte der Lappen auf das Land bis hinunter an die Küste und der Kenntnis ganz handfester Bodenschätze.
Hierher verschlägt es den dänischen Junker und Offizier Johann Marstrand. Der bedeutendste Händler der Region nimmt ihn unter seine Fittiche. Dann entspinnt sich der dramatische Konflikt – ebenso infolge schierer Intriganz wie als Objektivierung der extremen sozialen Konflikte.
Der Autor zieht alle Register und lässt außer dem amour fou das Handelskapital an der Peripherie der Weltwirtschaft und den Konstitutionalismus als Hoffnungsträger der Aufklärung auftreten. Und das raue Land, das von Allen – also von Jedem nach seiner Art – ausgebeutet und geliebt wird.

Unsere besten Weiden sind verloren, weder Recht noch Gewissen ist in unsern Verfolgern, unser Anblick reicht hin, uns zu verspotten, unser Name reicht hin, uns zu verachten. Wo ist Gerechtigkeit zu finden bei Denen, die uns weniger werth halten, wie das schlechteste Thier und die uns abschlachten würden, wo sie uns greifen könnten, wenn sie auf den Märkten nicht doppelten Vortheil von uns hätten, im Kaufen und Verkaufen.

Theodor Mügge (eigentlich Friedrich Theodor Leberecht Mücke, 1802–1861) ist ein zu unrecht Vergessener. Seine Bücher gehören auf den gleichen Regalboden wie die Werke Coopers, Gerstäckers und Sealsfields – einige Etagen höher als Karl May!

So fällt die Ratte über die Blindmaus her, der Marder über die Ratte, der Wolf über den Marder und der Bär über alle. Es ist im Wasser, in der Luft und wohin man sehen mag, überall dieselbe Gewalt, aber Trost ist es, daß ein Räuber von dem anderen gefressen wird und endlich schickt Jubinal seinen schwarzen Boten, vor dem die allerwildesten und stärksten zittern.

Leseprobe
Die Einleitung und das erste Kapitel, Seiten 5–28 (PDF, 94 KB)