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Johann Hermann von Riedesel: Bemerkungen auf einer Reise nach der Levante
Johann Hermann von Riedesel
Bemerkungen auf einer Reise nach der Levante

Neuausgabe der ersten deutschen Übersetzung (1774).

Paperback, 196 Seiten, 16 Euro
ISBN 978-3-941513-27-3

Wir entblößen das Haupt, um unsre Hochachtung zu erkennen zu geben, sie die Füße. (…) Wir ermüden uns, wenn wir sitzen und die Beine kreuzweis über einander gelegt haben; sie, wann sie auf einem guten Lehnstuhle sind, und die Füße auf die Erde hangen lassen. Wir steigen von der Linken, sie von der Rechten zu Pferde.

Johann Hermann von Riedesel (1740–1785), Goethes Reiseführer auf Sizilien, besuchte im Jahr 1768 auch die im türkischen Reich gelegenen Stätten des klassischen Altertums. Seine »Bemerkungen auf einer Reise nach der Levante« sind 1773 auf französisch, 1774 in deutscher Übersetzung erschienen.

Auf dem eigentlichen Terrain der griechischen Antike begegnet Riedesel gleich mehreren fremden Kulturen. Seine Wahrnehmungs- und Urteilsfreude wird dadurch noch gesteigert: Deutlicher als in Italien erweist sich der Autor als ein nicht nur den »Überbleibseln« der Vergangenheit nachspürender Reisender, sondern als aufmerksam kulturelle Differenzen registrierender Beobachter, der Zeugnis ablegt von den Konflikten, aber auch dem Reichtum nebeneinander bestehender Zivilisationen im osmanischen Reich.

Riedesels Reisebeschreibung ist gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme Griechenlands eine lohnende Lektüre. Antworten auf die Frage (in Abwandlung einer Formulierung Mario Vargas Llosas), »wann genau sich Griechenland in die Scheiße gesetzt hat«, können seit langer, möglicherweise sehr langer Zeit gegeben werden! Dieser Bericht ist ein wichtiges Korrektiv zur Griechenland-Idealisierung der Klassiker.

Leseprobe
Capitel 1. Reise bis Smyrna (PDF, 393 KB)